Verlagsort: Frankfurt a.M. | Erscheinungsjahr: 1865 | Verlag: Brönner
Signatur: 7985480 Germ.sp. 437 xg-1/2 7985480 Germ.sp. 437 xg-1/2
Reihe: Dieœ Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg und Büdingen ; 1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10021440-6

Kein Volltext verfügbar.

[Suche im Band] [PDF-Download] [OPAC]
Scan


— 77 —


Die Mutterkirche der Cent war Ansangs zu Flosbach, wo
ursprünglich auch das Centgericht gehalten wurde. Der größeren
Sicherheit wegen wurde Beides nach dem, von einem sesten Schloße
geschützten Wenings verlegt. Den Patronat besaßen die Herren
»on Forstmeister zu Gelnhausen als Dsenburgisches Lehen. Da
auch hier zu Ende des 16. Iahrh. das resormierte Bekenntniß eingesührt
wurde, so widersetzten sich dem sowol die Gemeinde, als die Patro-
natsherren. Die erstere wurde indeßen mit Gewalt zum Schweigen
gebracht, den letztern aber kauste Gras Wolsgang Ernst I. ihr Patro»
natrecht ab.


Die Geschichte der einzelnen Orte dieser Cent beginnen wir mit
einem Tchloße, von welchem man, wie von der Ronne burg, eigent­
lich nicht mit voller urkundlicher Gewißheit sagen kann, zu welcher
Cent dasselbe gehört hat, nemlich mit der:


I) Burg Bracht; im 14. Iahrh. Lraedtalia und Lr^eKta.
Dieselbe lag aus der Stelle, wo die Centen Neichenbach, Wolser-
born und Wenings sich berühren. Wenn wir den Grund und
Boden, aus welchem sie lag, deßen ungeachtet der Cent Wenings zu­
weisen, so geschieht dieß aus solgenden Gründen: 1) zur Cent Reichen-
bnch wird sie nicht gehört haben, weil sie aus der rechten Seite des
Brachtbaches liegt, welcher auch sonst überall diese Cent gegen Westen
begrenzt. 2) Zur Cent Wolserborn aber dürste sie ebensowenig
zu rechnen sein, weil dieselbe Neichslehn war, welche Eigenschast bei
der Burg Bracht sehlt. Deßhalb muß sie wol zur Cent Wenings
gehört haben, was noch durch den Umstand einigermaßen Bestätigung
sindet, daß 3) die Burg Bracht später zum Amte Wenings gerechnet
wurde. ') Doch hat diese Burg, obwol sie nicht bedeutend war, eine
besondere, von der der drei anliegenden Centen gänzlich getrennte
Geschichte.


Ueber die Zeit der Erbaunng derselben, wie über ihre Erbauer
sehlt es gänzlich an Nachrichten. Die ersten Besitzer waren , soviel
man weiß, die Herren von Lisberg. Im I. 1333 nemlich sührt
Hermann von Lisberg den Beinamen «genannt von Prachta." ')
Im solgenden Jahre aber trägt derselbe den Lisbergischen Antheil an


') Taß bei manchen mittelalterlichen Burgen s» schwer zu ennitteln ist, zu
welcher Cent sie ursprünglich gehörten, beruht aus dem Umstande, daß sie nicht »nter
den Cent-, sondern mit ihren Zubehörungen unter ihre» Äurggerichte» st»nden.


-) HHnau-Viüntzenb. ^a»deil,eschreib. Anh. I^it. ll. p. 6.

Scan

Bitte beachten Sie folgende Nutzungsbedingungen:

  • Die Dateien werden Ihnen nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke zur Verfügung gestellt.
  • Nehmen Sie keine automatisierten Abfragen vor.
  • Nennen Sie die Bayerische Staatsbibliothek als Eigentümerin der Vorlage.
  • Bei der Weiterverwendung sind Sie selbst für die Einhaltung von Rechten Dritter, z.B. Urheberrechten, verantwortlich.
  • Bitte wenden Sie sich bei Fragen an BSBdigital[at]bsb-muenchen.de