Die Geschichte des Ysenburg-Büdingen'schen Landes
Autor / Hrsg.: Simon, Gustav ; Pfeffinger, Johann Friedrich
Verlagsort: Frankfurt a.M. | Erscheinungsjahr: 1865 | Verlag: Brönner
Signatur: Germ.sp. 437 xg-1/2
Reihe: Die Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg und Büdingen ; 1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10021440-6

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schichte, welche sich mitten aus dem Tandstein, erhebt. Ter Name
deutet wol auch hier aus den altgermanischen Cultus der Freya hin,
welche wahrscheiulich hier eine Opserstätte hatte. Gras Wolsgang
Ernst I. gründete hier im Iahr 1601 eine lateinische Schule, welche
1631 im Ganzen 93 Schüler zählte und nach dem 30 jährigen Kriege,
namentlich aber im vorigen Iahrh. wieder einen bedeutenden Aus­
schwung nahm, indem damals die jungen Grasen, auch von den
andern Wnburgischen Linien, zunächst hier ihre ersten Studien machten.
In den zwanziger Iahren unsers Iahrhunderts verwandelte Fürst
Ernst Casimir I. dieselbe in das, noch jetzt blühende Gymnasium.


Zu der Gemarkung Büdingen gehört auch das schon erwähnte
große Dors, 1489: groißen Dors, wo einst die Psarrkirche und
das Psarrhaus standen. Noch jetzt ist hier der Kirchhos mit
einer alten Kapelle. Vermuthlich ist das große Dors älter, als Burg
und Stadt, weil es der Sitz der alten Psarrei war.


Ausgegangen ist dagegen das s. g. kleine oder Wenigen­
dors, 1376: Wingendors, bei dem ein Ziehbrunnen stand. ') Im
I. 1489 wird es noch als vorhanden erwähnt. Außer einigen Mühlen
ist endlich noch als hierher gehörig zu erwähnen der Salinenhos, srüher
eine Saline, im Mittelalter der „Salzborn" genannt. Einw. 2,473.


2) Lorbach; im 9. Iahrh.: Larbach (wahrscheinlich -Hechtbach)
in naß» ^Vetäereida ; 1261 u. 1288: Lorbach, an dem gleichnamigen
Bache, welcher sich bei Büdingen mit der Semen vereinigt. Von
allen Orten des Gerichtes Büdingen kommt dieses Dors am srühsten
vor, indem hier das Kloster Lorsch schon im 9. Iahrh. eine Schenkung
empsieng. Später war das Kloster Marienborn hier begütert. Theil-
weise hatte es diese Güter vom Bartholomäusstiste zu Franksurt
erkaust. ') Dasselbe gehört zur Haager Kirche, von welcher wir
sogleich zu reden haben. — Einw. : 386.


Zu der Gemarkung der Gemeinde gehört:


») Der Haag; 1264: Ilovo. Hier versammelten sich um's
Iahr 1260 einige Iungsrauen, um ihr Leben Gott zu weihen.
Ludwig von Menburg und seine Gemalin Heilwig von Büdingen
beschloßen darum, an dem Orte ein Frauenkloster zu stisten, schenkten
demselben mehrere Güter und 1264 auch die hiesige Kirche, welche
vorher eine Filialkapelle der Psarrei Büdingen gewesen war. Da
indeßen hier die srommen Schwestern durch Waßermangel und andere


') Urt.-Buch, X. 191.


') l.-uä, I.aur. II, p. 643. Urt..Buch, X. 13. 51. u, 256 A»m.

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