Verlagsort: Frankfurt a.M. | Erscheinungsjahr: 1865 | Verlag: Brönner
Signatur: 7985480 Germ.sp. 437 xg-1/2 7985480 Germ.sp. 437 xg-1/2
Reihe: Die Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg und Büdingen ; 1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10021440-6

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in neuerer Zeit wieder neu ausgebaut worden und dient den Ge­
meinden Lorbach, Diebach und Vonhausen zum Gottesdienste. Sie
wird vom 3. Geistlichen zu Büdingen versehen.


Außerdem gehört hierher:


d) Nie Hardeck. ') Es ist dies ein ziemlich hoher bewaldeter
Berg, aus deßen Gipsel sich ein Ringwall besindet. Derselbe bestellt,
soweit dies wegen der daraus angesammelten, mit Gebüsch bewach­
senen Erde, erkennbar ist, aus auseinander gehäuften Basaltsteinen.
In einem Winkel dieses Ringwalles besinden sich die Ueberrefte
einer kleinen Bnrg, welche im Mittelalter die H a r d e ck hieß. Ueber
die Geschichte dieses vormals Isenburgischen Bergschloßes ist nichts
Zuverläßiges bekannt. Im I. 1289 wird die Hardeck, jedoch nur
nebenbei, erwähnt. ') Im I. 1405 war sie noch von einem Umt-
manne bewohnt. Denn damals stellte Eckart Riedesel, Isenburgischer
Amtmann aus der Hardeck, den Ganerben von Staden einen Re­
vers aus, worin er sür seinen Herrn, Iohann II. von Asenburg,
denselben das Schloß Hardeck sür deßen erkauften Antheil an Etaden
als Unterpsand einsetzt. ') Im Iahr 1543 nennt der letzte Abt von
Selbold den Stifter seines Klosters Dietmar, einen Grasen
zu Hardeck, und im I. 1547 „beßerte Kaiser Karl V. dem Grasen
Anton von Isenburg das Isenburgische Wappen „mit dem Har-
deckischen Löwen," wie ihn weiland seine Vorsahren, „die Grasen
von Hardeck" gesührt. Gras Anton scheint den Namen der Grasen
von Hardeck, als seiner Vorsahren, also zuerst von dem Abte von
Selbold vernommen und in seinem Gesuche um Verleihung des s. g.
Hardeck'schen Löwen von dieser Notiz Gebrauch gemacht zu haben.


Die Möglichkeit, daß sich die alten Büdinger oder ihre
Stammesvettern, die Grasen von Gelnhausen, auch ein- oder das
anderemal Grasen von Hardeck genannt haben, ist allerdings zuzu­
geben. Denn aus dem Dasein des erwähnten Ringwalls ergibt sich
die ursprüngliche Bedeutung und Bestimmung der Hardeck. Sie war
eine germanische Gerichtsstätte, vermuthlich in ganz alter Zeit der
Sitz des Büdinger Märkergerichts. In diesen Gerichten dürsten allerdings


') Der Name kommt entweder von der ?aqe de« Orts, der aus einem vor'
springenden Nerze liegt, also: die Ecke de« Waldgebirge«; »der dangt mit dem
Äojeet, K»rt zusammen, also : die harte d. i. besestigte oder starte Ecke.


') l!rl,-B»ch, X. 52,


') Seriba, Neg, II. X. 1917,

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