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Diese beiden Männer entwickelten nun eine seltene Energie
und eine große Thätigkcit, nicht bloß den so oft gestörten Frie
den zwischen Brandenburg und Pommern, ungeachtet der viel
fachen Veranlassungen zum Bruche, zum Heil beider Länder
zu erhalten, sondern auch die unglaublich zerrütteten Finan
zen Pommerns in Ordnung zu bringen und das Land aus
der mißlichsten Lage zu retten. Auch bedurfte Herzog V o g i s-
lav in jeder Hinsicht so treuer Freunde, um bei allen seinen
natürlichen Talenten erst zum Herrscher herangebildet zu wer
den. Vogislav hatte von seiner Mutter, die mit ihrem Ge
mahl Herzog Erich in großem Unfrieden gelebt, und sich von
ihm getrennt hatte, jetzt aber zu Rügen Walde lebte, eine
höchst unwürdige oder vielmehr gar keine Erziehung genossen.
Sie bekümmerte sich um ihre Kinder gar nicht, ließ die Söhne
als gemeine Schulknaben in zerrissenen Kleidern mit Straßen
buben sich herumtreiben, gab ihnen selten die nöthige Nah
rung, so daß die Prinzen bald bei diesem bald bei jenem ihrer
Kameraden den Hunger stillten und in der Regel auch des
Nachts bei ihnen schliefen. Gin Bauer Hans Lange in
Lantzke bei Rügenwalde sah den in Lumpen gehüllten Für
stensohn, ließ ihn auf seine Kosten neu einkleiden und veran«
laßte ihn auch später, als nach dem Tode des Vaters Vo
gislav Gefahr lief von der Mutter vergiftet zu werden, zu
seinem Vetter Wratislav nach Stettin zu fliehen und von
dort seine Herrscherrechte sich zu sichern.*)
Traurig war der Zustand des Herzogthums Stettin
als Vogislav nach Wratislav's Tode die Herrschaft erhielt.
Die Ginnahme aus dem ganzen Herzogthum betrug jährlich
nur 53N Gulden, alle übrige Ginnahme war entweder in den
Händen der Geistlichkeit oder der Pfandinhaber. Selbst das
Wenige ward noch durch habsüchtige Einnehmer verkürzt,
die von ihrer Ginnahme und Ausgabe gar keine Rechnung
') Kantzow. S. »54. ff.
N.