Verlagsort: Wien | Erscheinungsjahr: 1860 | Verlag: K. Gerolds Sohn
Signatur: Geneal. 101 h
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10428549-8

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1263 schritt Herzog Ulrich von Karnten, nachdem ihm seine erste
Gemahlin Agnes, eine Tochter des Herzogs Otto von Meranien, und sein Sohn
Heinrich, welche beide im Jahre 1257 noch am Leben waren (die Todesjahre
sind unbekannt) gestorben waren, zur zweiten Ehe mit Agnes, der Tochter
des Markgrafen Hermann von Baden und der Gertrude, Tochter Heinrich's des
Grausamen und Nichte des Herzogs Friedrich II. des Streitbaren von Österreich.


Graf Ulrich von Heunburg, der Freund und beständige Begleiter
seines Herzogs, mochte damals als Hochzeitsgast wohl noch keine Ahnung
davon haben, dass diese fürstliche Braut oder vielmehr dieses fürstliche Kind,
denn Agnes war bei ihrer Vermahlung erst 12 — 13 Jahre alt, nach wenigen
Jahren seine Gemahlin werden sollte!


1264. XI. Kal. Augusti (22. Juli) apud Villacum. Heinrich Graf von Pfann­
berg thut kund, dass er, in einer Fehde gegen die Kirche von Gurk begriffen,
dem Grafen Friedrich von Ortenburg, der ihm zur besseren Verfolgung
seines Rechtes sein Schloss Steierbcrg geöffnet habe, zur Sicherung gegen
allfälligen Schaden, der jenem oder dessen Leuten oder anderen daraus
erwachsen könne, für 400 Mark Pfennige Aquilejer Münze die nachgenannten
Bürgen gestellt habe, nämlich den Grafen Heinrich von Ortenburg (Friedrich's
Bruder) und den Grafen Ulrich von Heunburg, jeden für 200 Mark, mit
dem Beisatze, dass auf Friedrich's Begehren Graf Heinrich zu Villach, Graf
Ulrich aber zu Völkermarkt einreiten und daselbst so lange bleiben sollen,
bis die versprochenen 400 Mark bezahlt seien, falls durch genügende Zeug­
nisse ein solcher Schaden erwiesen werden könne *).


Im Abdrucke dieser Urkunde am unten in der Anmerkung angezeigten Orte
fehlt beim Grafen Ulrich das Prädicat: de Heunburch, welches offenbar
nur aus Versehen des Abschreibers weggelassen sein konnte. Dass aber unter
dem Grafen Ulrich kein anderer als der Graf von Heunburg zu verstehen
sei, ist einleuchtend. Denn Graf Ulrich von Sternberg, der einzige unter
den damals in Kärnten lebenden Grafen, war ein armer Schlucker, der selbst
in Geldverlegenheiten war. Auch würde, wenn er gemeint gewesen wäre,
wohl das Einreiten in Villach, in dessen Nähe seine Grafschaft lag, und nicht
in Völkermarkt, in dessen Umgebung er keine Besitzungen hatte, ausbe­
dungen worden sein. Hingegen deutet eben Völkermarkt klar auf den
Grafen von Heunburg hin, dessen Grafschaft in der nächsten Nähe jenes
Ortes lag.


1264. IV. Calend. Augusti (29. Juli) in Volchenmarcht. Herzog Ulrich von
Kärnten, Herr von Krain, thut kund, dass, obgleich Sophia, die Mutter
Friedrich's von Leupach (Laibach), wie er aus den Berichten älterer Leute
vernommen habe, ein rechtmässiges Eigenthum seines Getreuen, des Grafen
Ulrich von Heunburg, gewesen sei, (ihre beiden Kinder) Friedrich von
Leupach und dessen Schwester Agnes, die Gemahlin Weinold's, mit Einwilli­
gung des genannten Grafen, der ihm hiemit einen Gefallen habe erweisen
wollen, in sein Eigenthum übergegangen seien, dass aber Agnes, die Gemahlin


l) Fontes Rerum Austriacarum. T. I, pag. 60.

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