Verlagsort: Zürich | Erscheinungsjahr: 1850 | Verlag: Orell, Füßli
Signatur: 4 Geneal. 90 f
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10619027-4

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von den Manesseii dieses Stammes finden nnd was sie uns noch erzählt läßt vermutheii , daß derselbe von da
an ganz oder in unbekannter Dunkelheit verschwand.


Die fünf Söhne waren: Rüdger (VIII.) der Schultheiß: Manesso; Johannes, der Goldschmid ;
Heinrich und Jtal. Die vier ersten kommen in einigen Urkunden und öffentlichen Akten vor, aus denen
hervorgeht, daß Rüdger, der mehrere Jahre Schultheiß in Zürich war, schon vor dem Vater starb; Ma­
nesso noch 1387, Johannes und Heinrich aber noch im Jahr 1415 lebten.


Der am häufigsten genannte unter den Brüdern ist Jtal. Er ist es aber auch, aus dessen Händen
wir eine Besitzung der Familie nach der andern entgleiten sehen. Die Last der Schulden brachte ihn dahin,
daß er nach und nach sich aller entäußern mußte. Um das Jahr 1400 kam die Reihe an die letzten und wich­
tigsten seiner Güter. Ein vom Vater ererbter Hof in Oberaffoltern ging am 30. März jenes Jahres , das
väterliche Haus und der Thurm in Zürich sowie die Burg Manegg und was dazu gehörte um dieselbe
Zeit in die Hände der Juden über. Denn in jenen Jahren kam der Manessenthurm in Brunngassen durch
diese Wechsler an die Familie Göldlin und 1400 verkaufte Hirzlin Vislin des Juden Wittib „die Beste
Manegg und den Kirchensatz zu St. Gilgen" mit Ackern, Holz und Feld um 35 Gulden dem Kloster
Selonau, ?°) mit dessen übrigen Gütern später Alles ins Eigenthum des Spitals in Zürich überging.


Dieß war das Schicksal der schönsten Besitzungen der Vorfahren Jtals. Wer dann Manegg noch
bewohnt hat und wann die Burg zerfallen ist, wissen wir nicht. Alles was darüber bekannt ist, be-
schränkt sich auf die Erzählung der Chronikschreiber des sechszehnten Jahrhunderts , daß etliche muthwillige
Gesellen ans Zürich an einem Fastnachttage mit einem armen Einfältigen , der zuletzt in Manegg gehauf't
habe, ihren Spaß getrieben, die Burg gleichsam belagert und aus Unvorsichtigkeit angezündet haben. Diese
Angabe wird durch ein Blatt der zürcherischen Rath- und Richtbücher vom Jahr 1409 bestätigt, woselbst es
heißt: „Man sol nachgan und richten, als etwedere (Etliche) Manegg verbrant hant." Was aber darüber
ausgesagt, oder wer bestraft worden sei, hat die Hand des Protokollisten nicht gemeldet.


Dunkel wie ihr Ursprung ist somit das Ende der Burg. Nur ihren Namen und die Erinnerung an
die kurze Zeit der Blüthe ihrer edlen Besitzer hat die Überlieferung uns erhalten. Mit ihrem Uebergang
aus dem Geschlecht der Maneß in die Hände neuer Eigenthümer schließt die Geschichte dieses Zweiges der
Familie.


Jtal Maneß starb zwischen 1400 und 1415. ") Das Jahrzeitbuch der Stift nennt ihn unter dem
24. November. Ilsl Nsness armi^er. (Jtal Maneß aus ritterlichem Stamme.) Seine Gattin war Sophia
von Ruod, aus dem ritterlichen Haufe der von Ruod im Aargau ; unter dem 31. Auguft steht ihr Name
im nämlichen Buche (vor 1398) eingetragen.


Jtals Siegel zeigt in dreieckigem Schild die beiden Hähne, darüber den Helm mit gleichem Helmschmucke;
die Umschrift 8. ItaI Usness srmi^eri. (S. Jtal Manesseii, aus ritterlichem Stamme.)


Dieß die letzten männlichen Nachkommen Rüdgers des Bürgermeisters^ Glänzender ist die Geschichte
der Enkel, die durch seine Tochter Adelheid, Gemahlinn Ulrichs von Bonnstetten, ihm geschenkt worden sind.


„Das alte Zürich" S. S9, Nr, 153. Staaisarch. Gem.- und Kaufbr. Vol. I. PS«, 293 l. Spitalaichl» Z. — über die
Söhne R. M. s. Arch. für Schw, Gesch, Bd. I. Regegen Nr. 157, 153, 159, i6«, l6l, 164, 165. Rudolf Brun :e. von
Hottinger. Schw. M. I. p»g. 239, 240. Stadib. I. Fol. 55, 66d. Ii. Fol. 47, 104 d. l2. Jan. I378.) Rath, und Richte». i383.
Ur. Staatsa. Z. vom i5. Mai 137i , 3«. Dez. 1371, 21. Jan. 1374. Sch. v. U, Nr. 1318, I7ö« ,. d. c, Dürft Stodtb.
lUser. L. i4. iGroßm.) p,«, 168, 181, (Fraum.) p,«. 256.


") Z, Staats». Gemacht- und Kaufbrief Vol. 4. p,«. 415. Stadtb. low. III. ps«, 27, 28,

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