Die Geschichte des Ysenburg-Büdingen'schen Landes
Autor / Hrsg.: Simon, Gustav ; Pfeffinger, Johann Friedrich
Verlagsort: Frankfurt a.M. | Erscheinungsjahr: 1865 | Verlag: Brönner
Signatur: Germ.sp. 437 xg-1/2
Reihe: Die Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg und Büdingen ; 1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10021440-6

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von Gewhausen und nach ihnen die Herren von Büdingen und ihre
Erben in ihrer Eigenschaft als Vögte und Schirncherrn des Büdinger
Waldes, vorn Neiche zu Lehen.


Nächtersbach mit den dazu gehörigen Orten, stand deßhalb ur-
wrünglich unter dem Forstgerichte des Büdinger Waldes, wurde aber
wahrscheinlich, wie in kirchlicher Beziehung zur Psarrei Aussenau, so
auch in gerichtlicher Hinsicht in die vordem Mainzische Cent Orb, aus
oem linken Kinziguser geschlagen. Wenn darüber mit Bestimmtheit Nichts
bekaunt ist, so rührt dies auch lner von der so häusigen Veränderung
der alten Gerichtsbezirke, in Folge der herrschastlichen Verhältniße
her. Die Zutheiluug zur Cent i^rb hat übrigens nichts Auffallendes,
wenn man nicht nur die loeale Nähe, sondern auch die Thatsache in's
Äuge saßt, daß dieselbe, wenigstens theilweise, altbüdingischer Be­
sitz war. Doch läßt dies vermuthen, daß diese Zutheilung schon sehr
srühe, nicht nach dem 13. Iahrh. vollzogen wurde, als Orb noch im
Besitze der Büdingen'schen Erben war.


In kirchlicher Hinsicht gehörte, wie gesagt, Wächtersbach mit


den dazu gehörigen Dörsern zur Psarrei Aussen au. Erst im I.


1435 wurde es, nut Genehmigung des Erzbischoss von Mainz, davon


getrennt und erhielt eine besondere Psarrei. ') Im I. 1354 erbaute


hier Konrad von Trimberg noch eine Kapelle und stattete dieselbe


mit Einkünsten und Zehnten zu Wächtersbach und in dem neu von


ihm angelegten Dorse Weilers, zur Bestellung des Kaplans, aus. ^)


Die Nestandthule dieses Gerichtes sind:


I) Wächters bach, Burg und Stadt. Im I. 1236 heißt es:


^V-terdacK. Hier kommt der Name zum erstenmale vor. Kaiser


5 r i e d r i ch II. bestätigte damals dem Kloster Selbold seine Besitzungen,


und darunter auch Zehntantheile im Dorse Wächtersbach.') Von


dem Schloße dagegen ist zum erstenmale im I. 1324 die Rede.


Toch ist nach dem oben Gesagten kein Zweisel, daß dasselbe viel älter


iü. Man sagt sogar, daß die erste Anlage desselben von den Römern


herrühre. Dem sei nun, wie ihm wolle, jedensalls ist das Städtchen


der am srühsten angelegte und bevölkerte Ort aus der Ostseite des


Büdinger Waldes, wie Büdingen aus der Westseite desselben. Von


den Herrn von Büdingen kam dasselbe mit dem Erbburggrasenamte


zu Gelnhausen und dem Büdinger Walde an die Büdingischen Erben.



') Url..Buch, lf. 244.


»> 6uV,p.1022z


') Urt .Buch. X. 7, n.

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