Die Geschichte des Ysenburg-Büdingen'schen Landes
Autor / Hrsg.: Simon, Gustav ; Pfeffinger, Johann Friedrich
Verlagsort: Frankfurt a.M. | Erscheinungsjahr: 1865 | Verlag: Brönner
Signatur: Germ.sp. 437 xg-1/2
Reihe: Die Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg und Büdingen ; 1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10021440-6

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2) Güter und Zehnte» zu Nierstein; 822: Neristoin; 1196:
Xrl-stein. ') Die Isenburgischen Berechtigungen, an diesem aus dem
linken Nheinuser gelegenen, und durch seinen Wem berillimten Orte
stammten nicht, wie Weißenau und Hechtsheim, aus der Herrschast
Faikenstein, sondern kamen von den alten Herren von Minzenberg
her. Denn im I. 1196 verglich sich König Heinrich VI. mit Kuno
von Minzenberg wegen deßen hiesigen Berechtigungen dahin, daß ^/,
der Vogtei mit den dazu gehörigen Gütern und Einkünsten dem
Könige, '/, aber dem Kuno zusallen sollten. Später aber hatten die
Falkensteine keinen Äntheil mehr an der Vogtei. Dagegen besaßen
sie hier Weinberge und Zehnten, welche sie im I. !272 an Karl
von Ingelheim und Peter von Lorzweiler sür 100 Mark Kölnischer
Denare, — eine bedeutende Summe sür jene Zeit, — verpsändeten,
bald daraus aber wieder eingelöst haben müßen, denn vom I. 13U»
liegt ein lehnsherrlicher Consens des Königs Wentzel vor, daß
Philipp VIII. von Falkenstein seinen reichelehnbaren Zehnten zu
Nierstein verkausen dürset) Ob dieser Verkaus damals ausgesührt
wurde, ist nicht bekannt. Gewiß ist dagegen, daß Gras Dietherl.
die Hälfte des Niersteiner Zehntens und drei Morgen Weingarten,
genannt „der Falkenstein" aus der Falkensiein'schen Erbschast empsieng.
Denn als sein ältester Sohn Iohann in das Karthänserkloster aus
dem Michelsberge bei Mainz getreten war, um dort Proseß abzu­
legen, schenkte Diether im I. 143!) dem Kloster seinen Antheil am
Zehnten, nemlich die Hälste des Ganzen, zu Nierstein. Doch behielt
er sich und seinen Nachkommen die Einlösung desselben mit 600
Goldgulden vor. Im I. 1454 aber verkauste er, in Gemeinschast
mit seinem Sohne Ludwig, dem Ritter Clas von Tienheim drei
Morgen Weingarten, genannt „der Falkenstein", unterhalb der Nod-
bach gelegen, sür 160 Gulden. Diese Summe erscheint, selbst sür
die damaligen VerlMtniße gering. Allein es scheint, daß diese Wein­
gärten streitig gewesen sind, weil die Grasen dem Käuser die Bedingung
stellten, sich den Besitz derselben bei dem dortigen Gerichte selbst zu
erklagen. ') Den an die Mainzer Karlhause ablöslich abgegebenei:
Zehnten mit Scheuer daselbst löste Gras Iohann Philipp zu
Lffenbach im I. 1691 mit 9,200 fl. wieder ein. Im I. 1740 ver­
kauste ihn aber Fürst Wolsgang Ernst I. von Birstein wiederum


') Seril,». Reg, III. X. ?72. u, Ml -Buch, X. 5
'^ Url,Buch. X. 23. u, 6uäeu, I. e. p. 517,


', Urt.A»ch, X, ^0, Ä!,!n. I u, 2.

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