Verlagsort: Wien | Erscheinungsjahr: 1775
Signatur: 813582 4 Zool. 13 813582 4 Zool. 13
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10231078-8

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ners Bescheidenheit (wir mäßen doch auch diesen schwierigen Theil des
Einwurfes nicht übergehen) scheint unser Unternehmen aus eine geheime Art


zu bestrafen? Aber wie? konnte er wohl selbsten wollen, daß man


immer nur seinem Veyspiele folge; immer nur Baumaterien zusammentrage,
nie zum wirklichen Baue einen Anfang mache (*) ? Ware nicht mit Grun­
de zu befürchten, daß durch eben diese gar zu angehäuften Beyträge die
Verwirrung so sehr anwachse, daß kein Muth, dieses Chaos zu vertheilen,
und zu ordnen , mehr auslangte , und dann selbst die Neigung zu diesen
Kenntnissen wicocr allgemein fiele? Oder haben etwa auch die Astronomen
sehr unrecht , daß sie das Heer der Sterne in Gestirne vcrtheilt , und die­
sen und den einzelnen Sternen Namen bengelegt haben? Sicht man nicht
eben von der Zeit , wo in der Mineralogie und in der Kräuterkunde Me­
thoden oder Eintheilung und Anordnung eingeführt worden, diese beyden
Wissenschaften ( auch diesen Namen trügen sie ohne die systematische
Lehrart nicht,) sich dem Gipfel der Vollkommenheit mit Risenschritten na­
hern ? Was nun für andre Theilc der Naturgeschichte so vorteilhaft gewe­
sen ist, sollte es nicht auch für die Insectenlehre von besonderm Nutzen seyn?
Die erfahrensten und aufgeklärtesten Naturkundigen , Ioh. Ray , Hr. v.
Linne, Hr. B. N. Scopoli, Hr. Gcoffroi und andere hielten es für un-
widersprechlich , und brachen auch in diesem, am wemgstcn bearbeiteten
Theile des Naturreiches die Bahn. Wir sind ihnen darauf gesolget. Wenn


E e ^ wir


(') Ein Naturforscher unsrer Zeiten, den Stelle wider das Natursystem des Ritters


wir im übrigen zu schätzen wissen, scheint auf v. liNNt/ und offenbar mit zu vieler Par,


dieses in der That zu bringen. „ Es war lhenlichkeit oder zu sehr übertriebenem Eifer.


,, also noch nicht Zeit s heißt es in der beul- Denn wessen Beyfall können wohl jene AuF,


„ schen Ucbersetzung ) . . . die Natur zu drücke der andern Stelle erhalten? „ Was


„ ordnen , Eintheilungen aufzubringen, syste- „ sollen wir daher von diesem stolzen Wör-


„ malische Klassen zu ersinnen, und ein Ge- „ terkrame denken, welchen man uns in dem


„ bände aufzuführen, welches die künftigen, „ Natursysteme vorleget? Mich dünkt, ich


„ besser unterrichteten, und philosophischeren ,, sehe einen Schüler, der ein Register über


„ Jahrhunderte zu errichten sich nimmermehr „ einen grossen Folianten machet, wovon «r


„ getrauen dürften. „ Er schreibt , allem ,, nur erst den Titel und die ersten Seiten


Ansehen nach / an dieser und einer andern „ gelesen hat. „ Wir setzen ihm vornehmlich


die

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