Das Geschlecht der von der Schulenburg ; 1
Autor / Hrsg.: Danneil, Johann Friedrich ; Hellfeld, Johann August
Verlagsort: Salzwedel | Erscheinungsjahr: (1847) | Verlag: Schmidt
Signatur: Geneal. 24 m-1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10428053-0

[Suche im Band] [PDF-Download] [OPAC]
Scan


67


3. Die Schulenburgischen After« und Nlmerlehne.


Im Obigen ist bereits näher auseinandergesetzt, daß im
Schul. Geschlecht die Grundsätze des Longobardischen Lehns»
rechts herrschend waren, in so fern die Lehnbriefe auf dl«
Gesammthänder mit ausgestellt waren. Dies Gewohnheits«
recht bildete sich gegen das Sächsische Lehnrecht allmählig
aus und ging auch theilweise auf die After- und Bauer«
lehne") über. In den Lehnbn'cfen für die Afterlehnleute sin«
den wir besonders vom 16. Jahrhundert an vielfach die Grund«
sätze des Longobardischen Lehnrechts herrschend, indem diese!«
ben z. V. bei den Flüggen, Ehuden :c. auch auf die Vru«
der und Agnaten überhaupt ausgestellt sind. Ob dies von
allen Afterlehnen galt, ist wegen fehlender Urkunden nicht
mit Gewißheit zu bestimmen, von der Mehrzahl aber läßt
es sich durch noch vorhandene Lehnbriefe nachweisen. Ganz
anders war es mit den Bauerlehnen. Hier galt in der Regel
nur das strenge Sächsische Lchnrecht, nur die Dcscendenten
und auch von diesen nur ein Sohn, nicht die Agnaten tonn,
ten im Lehne folgen. Folgte ein Bruder im Lehn, so ward
es als eröffnet betrachtet und es mußte von Neuem gelöset


') Die Schul. Subvasallen waren von zweierlei Art. Einige hatten
Pachte, Renten, Gerichte lt. von dem Geschlechte zu Lehn, die aus bestimm­
ten Höfen entrichtet wurden, von denen man demnach stets genau wußte
worin sie bestanden. Das Lehn konnte in eines Jeden Hände kommen.
Dies find die Afterlehne. Andere Lehnstücke waren nicht so genau be­
stimmt, Nebten stets an einem bestimmten Bauerhof und waren von dem­
selben nicht trennbar. Der Besitzer des Hofes war auch jedesmal Lehns-
träger. Das Lehn selbst war nur im Allgemeinen durch eine Hufe
freies, oder ein Stück freies oder I Wspl. lc. freies angedeutet, ohne die
Acker-Hufe, welche Lehn war, näher bestimmen zu können, und ohne den
genauen Betrag von einem Stück, dessen Bedeutung zwar im Allgemei­
nen feststeht, aber doch in einzelnen Fällen schwankend war, angeben zu
können. Das sind die Nauerlehne, in den letzten Zeiten fälschlich
Venloratslehne genannt. Die Afterlehne konnten überdies eingezo­
gen werten, die Bauerlehnt nicht; aber es wurden Laudcmicn gezahlt,
»,nn da« Lehn an einen Nicht -Des«ndent«n überging.


Scan

Bitte beachten Sie folgende Nutzungsbedingungen:

  • Die Dateien werden Ihnen nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke zur Verfügung gestellt.
  • Nehmen Sie keine automatisierten Abfragen vor.
  • Nennen Sie die Bayerische Staatsbibliothek als Eigentümerin der Vorlage.
  • Bei der Weiterverwendung sind Sie selbst für die Einhaltung von Rechten Dritter, z.B. Urheberrechten, verantwortlich.
  • Bitte wenden Sie sich bei Fragen an BSBdigital[at]bsb-muenchen.de