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Vertrauen, und verwies ihm sehr, daß er den geistlichen Bann
über die Städte geschleudert hatte, ohne sie vorher bei ihm,
als ihrem alleinigen Nichter verklagt zu haben, und daß seine
Dfficialen sich anmaßten, die Städte nach Gefallen vor sich
zu fordern. Wahrscheinlich ward er seines Amtes als Vor
steher der Mark entlassen, da wir bald nachher Lippold
v. Vredow als Verweser der Mark finden.
Die traurige Regierung in der Mark uud die zuneh
mende Macht des Adels hatten mannigfaltige Fehden zu
Folge, die besonders das Vrandcnburgische Stift trafen, in
welches der Grzbischof von Magdeburg , die elende Lage der
Mark benutzend, ebenfalls häufig feindliche Ginfälle machte,
so daß der Bischof von Brandenburg öfter in Fehden ver
wickelt ward. Dies brachte den Wohlstand des Stiftes her
unter und es gebrach demselben nicht selten an Mitteln zu
seiner Erhaltung. Das Domstift sah sich sogar genöthigt,
einzelne Mitglieder aus ihrer Mitte andern Stiftern zu em
pfehlen. So bat im Jahre 1385 das Dom-Capitcl zu
Brandenburg den Grzbischof von Riga einem Domherrn
auf ein Paar Jahre in seinem Stifte Subsistenzmittel zu
verschaffen, weil durch den Grzbischof von Magdeburg Al
bert dem Stifte ein zu ungeheuerer Schaden zugefügt sei,
daß die Domherrn nicht leben könnten, sondern ihren Unter
halt anderswo zu suchen gezwungen würden. ^)
Zu diesen Kriegslciden kam die unersättliche Habsucht
des Papstes, der «icht Gründe genug ersinnen konnte, um
besonders die deutschen Kirchen zu pressen. Im Jahre 1359
forderte Innoceuz VI. außer den festgesetzten Abgaben eine
zweijährige Steuer vom Stifte, wahrscheinlich wegen des
aufgehobenen Interdikts ; ^) Urb an V. verlangte von ganz
Europa, also auch vom Brandenb. Stifte den sechzigsten
1) Gercken Stiftshistonc S. S3l.
2) Daselbst S. 164.