Das Geschlecht der von der Schulenburg ; 2
Autor / Hrsg.: Danneil, Johann Friedrich
Verlagsort: Salzwedel | Erscheinungsjahr: (1847) | Verlag: Schmidt
Signatur: 10333829 Geneal. 24 m-2 10333829 Geneal. 24 m-2
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10428054-6

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Vertrauen, und verwies ihm sehr, daß er den geistlichen Bann
über die Städte geschleudert hatte, ohne sie vorher bei ihm,
als ihrem alleinigen Nichter verklagt zu haben, und daß seine
Dfficialen sich anmaßten, die Städte nach Gefallen vor sich
zu fordern. Wahrscheinlich ward er seines Amtes als Vor­
steher der Mark entlassen, da wir bald nachher Lippold
v. Vredow als Verweser der Mark finden.


Die traurige Regierung in der Mark uud die zuneh­
mende Macht des Adels hatten mannigfaltige Fehden zu
Folge, die besonders das Vrandcnburgische Stift trafen, in
welches der Grzbischof von Magdeburg , die elende Lage der
Mark benutzend, ebenfalls häufig feindliche Ginfälle machte,
so daß der Bischof von Brandenburg öfter in Fehden ver­
wickelt ward. Dies brachte den Wohlstand des Stiftes her­
unter und es gebrach demselben nicht selten an Mitteln zu
seiner Erhaltung. Das Domstift sah sich sogar genöthigt,
einzelne Mitglieder aus ihrer Mitte andern Stiftern zu em­
pfehlen. So bat im Jahre 1385 das Dom-Capitcl zu
Brandenburg den Grzbischof von Riga einem Domherrn
auf ein Paar Jahre in seinem Stifte Subsistenzmittel zu
verschaffen, weil durch den Grzbischof von Magdeburg Al­
bert dem Stifte ein zu ungeheuerer Schaden zugefügt sei,
daß die Domherrn nicht leben könnten, sondern ihren Unter­
halt anderswo zu suchen gezwungen würden. ^)


Zu diesen Kriegslciden kam die unersättliche Habsucht
des Papstes, der «icht Gründe genug ersinnen konnte, um
besonders die deutschen Kirchen zu pressen. Im Jahre 1359
forderte Innoceuz VI. außer den festgesetzten Abgaben eine
zweijährige Steuer vom Stifte, wahrscheinlich wegen des
aufgehobenen Interdikts ; ^) Urb an V. verlangte von ganz
Europa, also auch vom Brandenb. Stifte den sechzigsten


1) Gercken Stiftshistonc S. S3l.


2) Daselbst S. 164.

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