Geschichte der Familie von Blücher ; 1
Author / Editor: Wigger, Friedrich
Publishing place: Schwerin | Year of publication: 1870 | Publishing house: Stillersche Hofbuchhandlung
Call number: 9090494 Geneal. 118 sb-1 9090494 Geneal. 118 sb-1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10481642-5

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ein entsetzliches Ereigniss im meklenburgischen Fürstenhause machte
noch einmal wenigstens seinen Rath wünschenswerth. Jener Fürst
Heinrich I. von Werle, für welchen er in den Regentschaftsstreitig­
keiten so entschieden eingetreten war, hatte, wie bekannt, das Unglück,
dass er am 8. October 1291 bei Saal (unweit Damgarten) auf der
Jagd, als seine Söhne, unzufrieden, wie es heisst, mit seiner zweiten
Vermählung, sich seiner durch List zu bemächtigen gedachten, er­
schlagen ward *). Ob der ältere **) Sohn, Nicolaus, an diesem Vater­
morde selbst Theil genommen, ob nur sein jüngerer Bruder Heinrich
diese Unthat verübt habe, das mochte den Zeitgenossen zweifelhaft
sein. Ihr Vetter, Nicolaus H. von Werle -Parchim (Johanns I. Sohn),
trat sehr entschieden als der Rächer seines Oheims auf, und voll
Abscheus gegen diesen FreveL erklärten sich für ihn die Städte des
Güstrowschen Landestheils, sowie das ganze Land. Anders aber sahen
die benachbarten Fürsten, die von Meklenburg, Schwerin, Rügen und
Brandenburg, die Sache an. Sie mochten die Vatermörder für weniger
schuldig halten, unglücklichen Zufallen und unabsichtlichen Ver­
letzungen mehr Gewicht beilegen, als von Seiten des Volkes geschah;
sicher liessen sie sich jedoch auch durch politische Rücksichten leiten,
sie gönnten dem Fürsten Nicolaus H. von Parchim nicht jenen eigen­
mächtig eingenommenen Landestheil, insbesondere glaubten die Fürsten
der Linie Meklenburg sich durch jene Besitznahme verletzt. Bünd­
nisse zur Wiedereinsetzung jenes Fürsten Nicolaus von Güstrow wurden
1292 geschlossen***); doch das Kriegsglück entschied für Nicolaus II.,
bei Parchim schlug er die meklenburgischen Vettern und machte viele
Gefangene. Da entschloss man sich zum Frieden. Der Vertrag vom
31. October 1294, der leider nur sehr lückenhaft auf uns gekommen
ist, nennt als bei den Berathungen betheiligt auch vier Gadebuscher
Ritter, Ulrich von Blücher, zwei von Maltzan und Gerlach von
Eckernförde lse.


Seitdem begab sich Ulrich zur Ruhe. Nur in einer Privat­
angelegenheit sehen wir ihn noch einmal thätig; er verkaufte nämlich


*) Mekl. Urk.-Buch Ш, Nr. 2134. — **) Er steht in Urkunden immei-
vor seinem Bruder genannt. — ***) Mekl. Urk.-Buch Ш, Nr. 21 80,
2182, 2190.

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