Geschichte der Familie von Blücher ; 1
Author / Editor: Wigger, Friedrich
Publishing place: Schwerin | Year of publication: 1870 | Publishing house: Stillersche Hofbuchhandlung
Call number: Geneal. 118 sb-1
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10481642-5

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Der Fürst traf eben Massregeln für den bevorstehenden Kampf, der
um so sicherer vorauszusehen war, da er gerade damals, von Schulden
überladen und von den nahen Kriegsgefahren bedroht, die Geistlichkeit
seines Landes um die Einnahmen eines ganzen Jahres schätzte und
damit von der einen Seite Bann und Interdict über sich und sein
Land brachte, auf der andern Seite aber seinen vormaligen Bundes­
genossen, den Bischof Hermann von Schwerin, und dessen Anhänger
ins feindliche Lager trieb. Zuletzt entschieden sich auch die werleschen
Herren gegen ihren Vetter von Meklenburg; nur der Graf Heinrich III.
von Schwerin blieb Letzterem treu und musste nun zunächst dafür
leiden, als die Gegner während einer Krankheit des Fürsten Heinrich
im Juni 1322 losbrachen. Aber der Löwe raffte sich von seinem
Krankenlager auf, und alsbald fanden einige Gegner sich aus Furcht
vor seinem Zorn mit ihm ab; die Lande Werle verheerte er, und am
31. December 1322 errang er über die Werleschen bei Fretzdorf unweit
Wittstock einen entscheidenden Sieg, der ihm 300 Gefangene einbrachte.
In dieser glücklichen Lage konnte er an einen günstigen Frieden
denken; und er musste auf die Herstellung desselben um so mehr
Gewicht legen, da der König Ludwig der Baier seinem Sohne Ludwig,
wiewohl er noch im Knabenalter stand, die durch das Erlöschen der
askanischen Markgrafen erledigte Mark Brandenburg verlieh und damit
den Pfandbesitz des meklenhurgischen Fürsten gefährdete.


Die Bannsprüche der Geistlichkeit hatten Heinrich seine Va­
sallen allerdings nicht ahwendig gemacht (auch Heinrich von Blücher
erscheint zu jener Zeit unter diesen in seiner Umgebung 2S4); aber er
eilte jetzt doch, die geistlichen Herren, welche überdies auch schon bei
dem Papste um Hülfe gebeten hatten, zu entschädigen und zu ver­
söhnen. Gleich glücklich waren seine Verhandlungen mit dem Haupte
seiner Gegner, dem Könige Christoph von Dänemark; Heinrich hehielt
die Lande Rostock, Schwan und Gnoien, wenngleich vorläufig nur noch
als ein erbliches Lehn der dänischen Krone. Als er am 21. Mai 1 323
zu Nykjöbing auf Falster seinen Lehnrevers ausstellte, hatte er zu
Mitgelobern die Herzoge Rudolf und Wenzel von Sachsen, die Grafen
Heinrich HI. und Günzel V. von Schwerin und Adolf von Schauen-
burg, dazu 16 Vasallen; unter letzteren finden wir wiederum auch den
Ritter Heinrich von Blücher verzeichnet i40.

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