Publishing place: Zürich | Year of publication: 1850 | Publishing house: Orell, Füßli
Call number: 9204991 4 Geneal. 90 f 9204991 4 Geneal. 90 f
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10619027-4

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Sie ist die Ahnfrau jenes Andreas von Bonstetten , genannt Roll, aus dessen Ehe mit Johanna von Buben,
berg (Schwester des Vertheidigers von Mutten) der berühmte Dekan von Einsiedeln und Beat Wilhelm, der
gemeinschaftliche Ahne aller spätern Bonstetten, entsprossen sind.


Noch bleibt uns übrig, über die Burg Manegg selbst einige Worte beizufügen. Dieselbe bestand (nach
dem zu schließen , was eine sorgfältige Untersuchung der Örtlichkeit zeigt) aus einem festen viereckigen Thurme
von großen Quadern erbaut, dessen unterster Theil noch jetzt in einigen Ueberresten vorhanden ist, vor einigen
Dezennien aber noch weit besser erhalten war. Ein aus dem. Ende des fünfzehnten oder Anfang des sechs-
zehnten Jahrhunderts herrührendes Gemälde der Stadt Zürich und Umgegend , das in der Sammlung der
Antiquarischen Gesellschaft befindlich ist, zeigt diesen Thurm noch ziemlich hoch, obschon bereits ohne das
(wahrscheinlich spitze) Dach und gänzlich als Ruine. ^) Neben dem Thurm südwärts stand ein Wohngebäudr,
das den Raum der jetzigen Terasse von Manegg einnahm. Noch in den Neunziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts hatte sich von demselben ungefähr 7—8 Ellen hohes Gemäuer erhalten, in dem mehrere Fenster
noch sichtbar waren. Den Zugang zu der Burg bildete ein Reitweg, der von Leimbach aus in weitem
Bogen (über einem südwestlich gelegenen, jetzt mit Weinreben und einer kleinen Scheune besetzten Vorhügel
sich ziehend) allmälig den Berg hinanstieg und gegenüber dem Thurme (oberhalb dem jetzigen Brunnplatze)
an den Graben mündete, der die Burg vom dem übrigen Theile des Berges schied. Hier führte eine Brücke
über den Graben und zum ostwärts schauenden Eingange des Wohngebäudes (ungefähr bei ven obersten
Stufen der jetzigen Treppe). Aus dem Wohngebäude stieg man in den Thurm, der keinen Eingang von
außen hatte. In den Burggraben nach der Seite des Berges hin (den Platz des jetzigen Brunnens) mochte
noch ein mit einer Mauer umfaßter kleiner Zwinger, mit dem Thurme in Verbindung stehend, hinabreichen.
Nach der Seite des Thales hin zeigen sich Spuren eines Grabens etwas unterhalb der jetzigen Terasse,


Zum Schlosse gehörte, anfänglich wohl als bloße Burgkapelle, die Egidienkapelle in Lrimbach. (S. oben
S. 13. Note 43). Znr Zeit der Reformation wurde dieselbe theilweise zerstört und die Ueberreste mit der
Umgebung im Jahr 1555 vom Spitale verkauft. "a) Jndessen sind die Haupttheile der Kapelle (die Mauer
des sechseckigen Chores und eines Theiles des Schiffes) noch jetzt vorhanden. Mit dem ursprünglich zur
Wohnung des Kaplans dienenden , von den Manessen geschenkten Gebäude bilden sie gegenwärtig das geräu­
mige und schöne Bauernhaus, das oberhalb des Dörfchens Leimbach auf einem abgesonderten Hügel dicht
am Fuße der Manegg liegt nnd von den Bewohnern der Gegend mit dem Namen: „zu Sant Gilgen"
(Sanct Egidius) bezeichnet wird.") Jm Jnnern des Chores ist auch noch ein in die Mauer eingefügtes,
höchst zierlich in Sandstein gehauenes Sakramenthäuschen (tsberrisoulum) , d. h. ein Schrein zu Aufbewah-
rnng der Geräthschaften zum heil. Abendmahl und der Hostie, bemerklich.


S. Intel II. Nr. 5, Seit wenigen Jahren find die Ueberresle des Thurms auf bedauerliche Weise immer mehr zerstört
worden und dürften bald ganz verschwinden. Auch die Ningebnngen haben sehr gelitten und die Art, wie namentlich Manessens
Denkmal des umgebenden Schattens gänzlich entblößt nnd der anmuthige Platz dadurch alles Reizes beraubt worden ist, ist höchst
bedauerlich. Könnte für die Wiederanpflanzung von der betreffenden amtlichen Stelle aus nichts geschehen? Der Uebergang des
weilläufigen Gutes im Höckler aus öffentlichem ins Privateigen thum dürfte ohnehin der Erhaltung jener einst so hübschen Anlagen
nicht günstig sein, da dieselbe für jeden Bestger höchst kostspielig sein muü.


" »! Wir verdanken diese Notiz sowie diejenige über den Verkauf von Manegg an Seldnau der gefälligen Mittheilung des Herrn
Hüchenrath vr. Vögelin,


") S, Tafel II, Nr. 6 und 7,

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