Publishing place: Rottweil | Year of publication: 1840 | Publishing house: Herder
Call number: 1076886 Geneal. 85 v 1076886 Geneal. 85 v
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10428455-2

[Search within tome] [PDF-Download] [OPAC]
Scan


Fiskal Johann Uhl aufgebrachtes Spiel , das sogenannie „Mais-
len" vor, welches darin bestand, daß man sich mit Allem, was
einem gerade in die Hände fiel, warf, sich mit unsauberem Wasser
begoß u. drgl. Johann Werner aber hielt für dießmal einen mit
Staub und Mehl wohl überzogenen Sack in Bereitschaft, mit
welchem er besonders die beiden geistlichen Herren warf, die dann
ihrerseits nicht ermangelten, den Sack auf Johann Werner und
die übrigen Herren zurück zu werfen , so daß Alles dick bestaubt
ward, und namentlich die Kutten der Aebte so übel zugerichtet
wurden, daß sie dieselbe Nacht ohne Laternen heimgehen mußten,
um allen Scandal zu vermeiden. Der Dekan aber ward über
die Beschmutzung seiner Zimmer so aufgebracht, daß er sich in
Echimpfreden gegen die Gäste ergoß, und dieselben ein für alle­
mal aus seinem Hause wies, indem er solche Schweinereien im
Pfarrhofe nicht dulden könne. Als nun die Herren nicht mehr
zu ihm kamen, war es ihm auch nicht recht, weil er heitere Ge­
sellschaften sehr liebte, daher er jene wieder zu sich einlud, wo
denn der alte Tanz wieder anging. Oefters zechten die Herren
auch im Dominikanerkloster. Einer der dortigen Conventualen,
Namens Zimmerle, erbat sich von Johann Werner einige
Hechte, die er ihm aus Seedorf kommen lassen möchte. Johann
Werner versprach solche dem lüsternen Mönch , ließ aber seinem
Amtmann in Seedorf heimlich sagen, er solle dem Boten statt
der Hechte lauter Frösche in einem Fasse übergeben. Als nun
dieses Faß in's Dominikanerkloster kam, rief der Mönch voller
Freude über sein Geschenk seine Confratres herbei, öffnete hastig
das Faß — aber welcher Schrecken für ihn ! — als er statt der
gehofften Hechte die eckelhaften Frösche sah. Nun wurde er tüch­
tig ausgelacht, und nachmals oft gefragt : wie ihm die Seedorser
Hechte geschmeckt hätten? Dieß verdroß nun den Mönch derge­
stalt, daß er sich bei der nächsten besten Gelegenheit an Johann
Werner zu rächen entschloß. Als nun dieser wieder in's Domi­
nikanerkloster kam, bat ihn Zimmerle, er möchte, weil er ihm doch
einen so argen Possen gespielt hätte, dem Kloster ein Malter
Haber aus der Zehntscheuer zu Seedorf schenken. Johann Wer­
ner sicherte dieß zu, Zimmerle aber schickte eilends einen Karren
dem Amtmann zu Seedorf, und ließ diesem sagen, er möchte den

Scan

Usage guidelines

If you have any questions or comments, please contact Digitale.Bibliothek[at]bsb-muenchen.de